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Aktuelle Meldung



06.07.2006 - Kategorie: Aktuelles (Startseite)

Gottfried Daub †




Am 17. Mai 2006 ist Gottfried Daub im Alter von 76 Jahren in Göttingen verstorben. In Göttingen lebte das Ehepaar seit 2004 im Ruhestand in der Nähe der Familie des Sohnes.

40 Jahre lang diente Gottfried Daub seiner Evangelisch-Lutherischen Kirche in Baden als Pfarrer in der Gemeinde Baden-Baden; 26 Jahre davon war er zugleich der Superintendent. Im Ruhestand waren er und seine Frau ab 1993 fĂĽr weitere acht Jahre Seelsorger in der evang.-luth. Diasporagemeinde Vaduz im FĂĽrstentum Liechtenstein.



Gottfried Daub

Superintendent Christoph Schorling (Freiburg) würdigte in einem Nachruf Verdienste und den unermüdlichen Einsatz. Daub habe in seiner Art gewirkt, »bescheiden und doch zielstrebig, mit viel Einfühlungsvermögen und menschlicher Wärme, mit theologischem Sachverstand und großer Kenntnis geschichtlicher Zusammenhänge«.

 

Im Martin-Luther-Verein in Baden war er von 1964–1973 Vorsitzender und von 1973–1994 Schriftführer. Er ging seinen Weg als Diener Jesu Christi in der Kirche Augsburgischer Konfession. Er suchte die Verbindung zu den Kirchen, die an anderen Orten im gleichen Glauben lebten. Er setzte sich für die Gründung der »Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen« (ACK) in Baden-Württemberg ein. Er führte seine seit 1851 bestehende lutherische Freikirche 1968 in die Gemeinschaft mit den Kirchen des Lutherischen Weltbundes und verdichtete so die Verbindung zu den Landeskirchen, die im deutschen Nationalkomitee und der VELKD verbunden sind. Seine Nähe zur Evang.-Luth. Kirche in Bayern und insbesondere zur von Neuendettelsau ausgegangenen Bewegung war unverkennbar. Seine Frau, Tochter eines fränkischen Pfarrhauses, die er als Studienkollegin kennen gelernt hatte, teilte mit ihm die Arbeit. Die historisch gewachsene Verbindung zur Selbständigen Evang.-Luth. Kirche gab er nicht auf.

 

Er war ein stiller und zugleich fröhlicher Mensch, der sehr genau darauf achtete, was sein Gegenüber ihm sagte. Von großen Worten ließ er sich dabei nicht blenden.

 

Die Tagungen des Martin-Luther-Bundes auf dem Liebfrauenberg im Elsass und in Glay (Montbelliard) gestaltete er mit. Unvergessen bleiben seine Vorträge, seine unaufdringlichen Predigten, seine frohen Lieder, seine Porträts der Freunde und Kollegen. »Wie sehr haben diese Tagungen unseren Gesichtskreis erweitert«, schrieb er einmal rĂĽckblickend. Gottfried Daub war ein treuer Diener der lutherischen Kirche in der Diaspora. Das fand Anerkennung. Landesbischof i.R. Dr. Engelhardt (Karlsruhe) schrieb zu seinem Tod: »Ökumene war nicht ein Arbeitsfeld unter anderen«, sondern war fĂĽr ihn »eine Dimension«, in die er auch »die tägliche Gemeindearbeit« hineingestellt sah.

 

Daubs Nachruf auf einen geschätzten Amtsbruder klingt aus in der Liedstrophe: »Herr, wir gehen Hand in Hand, Wandrer nach dem Vaterland: Lass dein Antlitz mit uns gehn, bis wir ganz im Lichte stehn.«

Rudolf Keller

 

»Es sind liebe Erinnerungen, die wir an Gottfried Daub behalten. Nach eigenen Worten wollte er nichts anderes sein als ›berufener und verordneter Diener Jesu Christi‹ – Das war er in unserer Mitte mit Leib und Seele. Wir wissen ihn in Gottes Hand. Er sei ihm gnädig und lasse ihn schauen, was er selbst geglaubt und uns verkündigt hat.«

Christoph Schorling

Superintendent der Evang.-Luth. Kirche in Baden